Dass das Schuljahr 2020/21 eine ganz besondere Herausforderung für uns Lehrer, aber vor allem für unsere Schüler werden würde, stand seit den Erfahrungen aus dem letzten Schul-jahr außer Frage, lediglich der Zeitpunkt, wann es wieder zu dieser Extremsituation kommen würde war noch nicht absehbar. Anfang Dezember war es dann soweit und der Wahnsinn mit Präsenz-, Wechsel- und Distanzunterricht nahm seinen Lauf.

Eigentlich fing das Schuljahr gut an: die Zahlen waren sehr erfreulich. Die Anlagenmechani-ker SHK standen mit knapp 60 Schülern kurz vor einer dritten Klasse, die Spengler konnten – dank eines Nachzüglers – mit 15 Mann und einer Frau als selbstständige Klasse geführt werden und bei den Kraftfahrzeugmechatronikern hatten sich mit 39 Schülern zahlreiche Neulinge angemeldet.

Zudem hatten wir mit Philipp Nüssel auch wieder einen Referendar an Bord, der sich von Anfang an sehr gut in unser Team integrierte. Leider wussten wir seit unserem ersten Ge-spräch, dass sein Engagement in Miltenberg nur bis zum Schuljahresende andauern würde, da sein Lebensmittelpunkt fest in Goldkronach bei Bayreuth verankert ist, wo er in einer festen Beziehung lebt und als Hobby-Landwirt Felder bestellt und Fohlen zur Welt bringt. Auch er „genoss“ ein anderes - mit Sicherheit spannendes Jahr - welches er wahrscheinlich nie wieder vergessen wird. Corona spielte ihm nämlich einen zusätzlichen Streich, da die Schulschließung im Dezember genau einen Tag vor seiner Lehrprobe stattgefunden hat und diese dadurch ins Wasser fiel, obwohl er seine Stunde bereits komplett ausgearbeitet hatte!!! Mit seiner gelassenen Art konnte ihn das aber nicht schocken und so wartete er auf die nächste Gelegenheit sein Können unter Beweis zu stellen. Diese folgte im April als er in einem Prüfungsgespräch seine drei Zuhörer von seiner Stunde überzeugen durfte. Dies schaffte er mit einem hohem Sprechtempo und einer guten Vorbereitung. Zudem konnte er im Distanz- und Wechselunterricht seine digitalen Fähigkeiten hervorragend zur Geltung bringen. Nicht nur wegen seiner sympathischen Art lassen wir ihn ungern ziehen, wissen aber, dass es ihm in seiner Heimat gut gehen und er dort gebraucht wird! Wir sagen dir an dieser Stelle vielen Dank und wünschen dir für deine private und berufliche Zukunft alles Gute!

Unerfreulicher stellt sich weiterhin die Lehrersituation in der Metallabteilung dar, die ähn-lich wie in den letzten Jahren so aussieht, dass wir - trotz Referendar, drei externen Lehr-kräften sowie Beistand aus der Wirtschaftsabteilung und vom Schulort Obernburg - nicht alle Fachstunden abdecken konnten. Wir sehnen uns immer noch nach einem neuen Kolle-gen, der uns tatkräftig und vor allem langfristig unterstützen kann!

Fachgruppe Anlagenmechaniker Sanitär-Heizung-Klima

Den ersten Schultag und damit die Aufnahme an der Berufsschule bestritten die neuen Schüler bereits am 07.09.2020. Nach einer kurzen Einführung mit der Vorstellung des Lehr-erteams sowie der Hausordnung und weiteren organisatorischen Details wurden die neuen "Stifte" nach Regionen, Firmen und Fahrgemeinschaften auf zwei Klassen aufgeteilt. Nach einem ersten Kennenlernen und Führungen im Schulhaus war der erste Tag geschafft! Seit-dem werden sie frei nach dem Motto: "Fordern und Fördern" bei fachspezifischen Problem-stellungen, gerne auch über den Tellerrand hinaus, als auch bei Lebens- und Erziehungsfra-gen von den Lehrkräften unterstützt.

Am 09.12. kam der erneute Lockdown und wir durften von nun an unsere Schüler im Distan-zunterricht über MS Teams beschulen, was zu unserer Verwunderung besser funktionierte als erwartet! Der Unterricht verlief nach Stundenplan. Dabei haben wir festgestellt, dass dieselben Schüler, die den Präsenzunterricht „schmeißen“ auch die Aktiven im Distanzun-terricht waren, der ein oder andere „Schweigsame“ aber trotzdem auftaute und sich rege am Gespräch beteiligte. Nach drei Monaten Distanzunterricht durften wir am 15.03. den Wechselbetrieb wieder aufnehmen und luden die Klassen jeweils im tageweisen Wechsel ein, damit wir bei einem weiteren Lockdown - der natürlich auch kam – jeden Schüler auch physisch in der Berufsschule hatten. Der folgende Wechselunterricht verlangte diesmal vor allem den Lehrkräften einiges ab und sah so aus, dass die Hälfte der Schüler in Präsenz und die andere Hälfte parallel zuhause am Laptop, Tablet oder Handy dem Unterricht folgten. Als wäre das alles nicht schon genug, durften die Lehrkräfte nach den Osterferien auch noch Selbsttest mit den Schülern durchführen! Ein kleiner Ausschnitt aus einem typischen Schul-alltag während Corona können sie im Anschluss lesen (Erfahrungsbericht: Der Corona-Schul-alltag aus Lehrersicht!). Die steigenden Inzidenzzahlen machten es erforderlich, dass wir Ende April wieder in den Distanzunterricht mussten. Wir lassen uns überraschen, wie es bis zum Schuljahresende weitergeht!

Damit die Winter-Abschlussprüfungen Teil 1 und Teil2 im Dezember coronakonform ablau-fen konnten, mussten die Prüflinge auf verschiedene Klassenzimmer aufgeteilt werden, was mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden war. Leider waren die Prüfungser-gebnisse nicht so wie erhofft, aber wie befürchtet! Wir wollen und können die Resultate nicht auf die Pandemie schieben, denn schon die alten Römer wussten: „von nichts kommt nichts!“ Wir hoffen nur, dass die zahlreichen Nachprüflinge die Warnschüsse gehört haben und sich nun besser auf die kommende Gesellenprüfung vorbereiten!

Es gab aber auch erfreuliches, da zum ersten Mal ein Schüler der Anlagenmechaniker die Berufsschule mit einem Notendurchschnitt von 1,0 verlässt und entsprechend mit einem Staatspreis gewürdigt wurde!

Unser Dank gilt in diesem Jahr wieder der Innung für Sanitär-, Heizungs - und Klimatechnik sowie den Lehrerkollegen, die die Schüler dreieinhalb Jahre auf diesem teilweise „harten“ Weg begleitet und unterstützt haben.

Leider musste die Freisprechungsfeier - bei der die Absolventen in einer Zeremonie als Junggesellen in die Arbeitswelt entlassen werden - abermals entfallen. Hoffentlich kann diese Veranstaltung zur Würdigung der Prüflinge in irgendeiner Form bald wieder stattfin-den!

Wir wünschen Euch an dieser Stelle nochmals herzlichen Glückwunsch und alles Gute für eure Zukunft!

Mit Barbara Kotschenreuther haben wir eine neue Deutschlehrerin aus den Reihen der Wirt-schaftler dazugewonnen, die ihr Eintauchen in eine neue Welt in einem persönlichen Erfah-rungsbericht im Anschluss mit uns teilt. Wir freuen uns dich in unserer Abteilung begrüßen zu dürfen und hoffen, dass du uns noch eine Zeit lang erhalten bleibst!

Meinen herzlichen Dank für den Zusammenhalt, die Unkompliziertheit in den verschiedenen Beschulungsphasen, die Geduld und Ausdauer als technische Versuchskaninchen sowie das Engagement während des gesamten Schuljahres geht an die komplette Metallabteilung, samt externen Lehrkräften – die zu festen Säule geworden sind, unseren Systembetreuern, die uns mit Rat, Tat und Equipment zur Seite standen sowie die Wirtschaftsabteilung, die uns mit Deutsch- und Sozialkundelehrern versorgt und für Vertretungen immer gerne bei den "Metallern" aushilft!

Da das Beste bekanntlich zum Schluss kommt, lassen wir nun unsere Schüler mit ihren Er-fahrungen aus dem Homeoffice zu Wort kommen:

  • „Ich finde, dass jeder Lehrer das Beste aus der Situation macht!“
  • „Ich gehe lieber in die Schule, da zuhause das Bett so nah ist!“
  • „Der Ausfall der Praxisstunden nervt!“
  • „Man kann sich im Distanzunterricht besser konzentrieren!“
  • „Ich finde Distanzunterricht besser, da ich mir 140 km Fahrstrecke spare!“
  • „Ich bin lieber in der Schule, da gibt es keine technischen Probleme!“
  • „Ich finde Distanzunterricht anstrengend!“
  • „Ich gehe lieber in die Schule, da man dort mehr mitbekommt und versteht.“
  • „Ich bin lieber in der Schule, da die Kommunikation mit den Lehrern und Mitschü-lern besser möglich ist.“
  • „Ich will entweder Präsenz- oder Distanzunterricht, da Wechselunterricht noch an-strengender ist!“
  • „Ich gehe lieber in die Schule, da macht man besser mit und kann mehr schwät-zen!“
  • „Ich habe lieber Distanzunterricht, da ich mich nicht abhetzen muss, um in die Schule zu kommen und gleichzeitig noch Geld für die Fahrkarte spare!“
  • „Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr kein Kopiergeld zahlen müssen!“

Thomas Endres, StR

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